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Verein zur Förderung des Täter-Opfer-Ausgleichs e.V.

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Ziele der Waage

Mit einem Täter-Opfer-Ausgleich soll der durch die Straftat gestörte soziale Frieden zwischen Täter und Geschädigtem wiederhergestellt werden.

Sowohl im Jugend- als auch im Erwachsenenbereich strebt der Täter-Opfer-Ausgleich eine Konfliktbereinigung und soziale Versöhnung zwischen den an einer Straftat beteiligten Parteien an.

Im Mittelpunkt stehen dabei die Bearbeitung des Konflikts und die Wiedergutmachung des entstandenen Schadens. Im Verhältnis zwischen Täter und Opfer soll der im Zusammenhang mit der Tat stehende Konflikt beigelegt werden.

Die Wiedergutmachung schließt nicht nur finanziell bezifferbare Schäden ein, sondern beinhaltet auch die körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen des Geschädigten. Zwischen den Interessen des Opfers und den Möglichkeiten des Täters soll eine Lösung gefunden werden, mit der beide Seiten leben können.

Die Vorgehensweise des Vermittlers muss hierbei immer die Persönlichkeit und Situation von Täter und Opfer sowie den Tatkonflikt angemessen berücksichtigen.

Die Folgen, die die Straftat für das Opfer mit sich bringt (Viktimisierung), sind nicht zwangsläufig von der strafrechtlichen Einordnung des Deliktes abhängig, sondern individuell verschieden. So können bei Eigentumsdelikten die gleichen Viktimisierungssymptome (u.a. Verlust des Sicherheitsgefühls, Kriminalitätsangst oder Isolationstendenzen) auftreten wie z.B. bei einer Körperverletzung.

Zur Friedensstiftung und Aussöhnung gehört, dass Täter und Opfer die Sichtweise der jeweils anderen Seite kennen- und in gewissem Umfang verstehen lernen. Hierbei ist den Formen des immateriellen Ausgleichs eine besondere Bedeutung beizumessen. Symbolischer Ausdruck einer Konfliktregelung kann z.B. die Entschuldigung und das Akzeptieren der Entschuldigung sein.

Der Prozess des Ausgleichs soll beim Täter Veränderungen anregen: Durch die persönliche Begegnung mit dem Geschä­digten wird die Auseinandersetzung mit der Tat und ihren Folgen gefördert bzw. deren Verdrängung erschwert. Damit soll das Verantwortungsbewusstsein für eigenes Handeln und seine Folgen gestärkt werden.

Der Täter-Opfer-Ausgleich soll seine spezialpräventive Wirkung entfalten durch die Vermittlung von Unrechtseinsicht und von Verständnis für die Belange des Opfers, durch Verhinderung von Neutralisierung des Unrechts, durch das Wecken von Einsicht in die Verantwortlichkeit und durch die Stärkung der Fähigkeit zur nichtkriminellen Konfliktlösung. Im für den Beschuldigten sicherlich schwierigen Schlichtungsgespräch kann er erfahren, welchen Beitrag er zur Konfliktbewältigung leistet.

Gelingt der Täter-Opfer-Ausgleich, so können ein förmliches Strafverfahren und eine Verurteilung mit den stigmatisierenden Auswirkungen auf den Beschuldigten weitgehend vermieden werden.

Die Interessen der Opfer einer Straftat werden im herkömmlichen Strafverfahren nur unzureichend berücksichtigt. In diesem Zusammenhang werden sie in die Zeugenrolle gedrängt, obwohl sie mit ihrer Anzeige in aller Regel das Strafverfahren mit bestimmten Intentionen eingeleitet haben.

Im Täter-Opfer-Ausgleich dagegen gelangen die Geschädigten wieder in eine aktive Rolle. Neben der direkten Wiedergutmachung wird für das Opfer angestrebt, es durch den Ausgleich verstärkt und mit einer aktiveren Rolle in das Strafverfahren einzubeziehen, indem es die Möglichkeit erhält, seine Wiedergutmachungsinteressen bereits frühzeitig zu artikulieren. In Fällen, in denen der Geschädigte durch die Tat psychisch belastet worden ist, kann eine Begegnung mit dem Täter die Verarbeitung (statt Verdrängung) des Opferseins unterstützen und die psychischen Tatfolgen (Ängste/Aggressionen) abbauen helfen.

Die Waage will dazu beitragen, dass der Täter-Opfer-Ausgleich in der Praxis sowohl im Jugend- als auch im Erwachsenenbereich zum festen und häufig angewendeten Bestandteil des justiziellen Handlungsinstrumentariums wird.

Dabei ist allerdings zu vermeiden, dass der Täter-Opfer-Ausgleich in solchen Fällen Anwendung findet, die ansonsten von der Justiz sanktionslos eingestellt werden.

Ein wünschenswerter Nebeneffekt der Konfliktregelung kann darin bestehen, dass sich Zivilverfahren der Geschädigten zur Durchsetzung von Wiedergutmachungsansprüchen erübrigen und auf diese Weise die Zivilgerichte entlastet werden.

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